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LV – Halber Ausstieg

Wenn Versicherte ihren Lebensversicherungsvertrag beitragsfrei fortführen, nennt das die Versicherungsbranche auch Halber Ausstieg. Versicherungsinhaber zahlen ab einem bestimmten Zeitpunkt keine Beiträge in die Versicherung ein. Sie können sich das Geld sparen oder es anderweitig anlegen. Die Beitragsfreistellung hat einige wichtige Auswirkungen. Beispielsweise entfallen oder sinken Leistungen von Zusatzversicherungen (Berufsunfähigkeit, Unfalltod). Fällt der Zusatzschutz weg, betrifft dies auch den Wegfall der bisherigen Kosten dafür. Ein Zusatzschutz ohne Beitragszahlung hätte in jedem Fall das Sinken der Rendite zur Folge. Einer Beitragsfreistellung muss eine gute Überlegung vorausgehen. Möglicherweise verfallen Steuervorteile.


Für den Halben Ausstieg beziehungsweise Beitragsfreistellung einer Lebensversicherung muss ein bestimmtes Guthaben angespart sein. Das Mindestguthaben ist abhängig von den Konditionen des jeweiligen Vertrages (Versicherungssumme, Laufzeit). Wird einer beantragten Beitragsfreistellung mangels Mindestguthaben nicht entsprochen, beendet die Versicherungsgesellschaft den Vertrag. Der Versicherte erhält den vom Versicherer ermittelten Rückkaufswert.

Steuerliche Aspekte der Beitragsfreistellung sind für Lebensversicherungen (abgeschlossen vor und nach 2005), unterschiedlich zu beachten. Generell werden Lebensversicherungen werden, die in ihrer Art der Altersvorsorge dienen, steuerlich begünstigt. Bei einer Lebensversicherung mit Abschlussdatum bis 31.12.2004 ist das Aussetzen von Beiträgen für maximal zwei Jahre nicht steuerschädlich. Für eine Lebensversicherung nach 2005 abgeschlossen, bleiben die steuerlichen Vorteile erhalten, wenn die Beitragsfreistellung 3 Jahre nicht übersteigt.

Einen vorhandenen Berufsunfähigkeitsversicherungsschutz aufzugeben, kann sich ebenfalls nachteilig auswirken. Ein vorhandener Berufsunfähigkeitsschutz ist die Garantie für eine Rentenzahlung, wenn der Versicherte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Gleichwertiger Versicherungsschutz lässt sich meist nicht mehr finden. Die Beiträge steigen in jedem Fall auf Grund des höheren Alters. Gesundheitliche Einschränkungen können einen Neuvertrag sogar unmöglich machen. Einige Versicherer ermöglichen nach einer gezielten Anfrage und folgenden Antragstellung die Überführung des Berufsunfähigkeitsschutzes in eine separate Berufsunfähigkeitsversicherung. Für den selbständigen Vertrag werden weiterhin Beiträge gezahlt.

Es besteht ein gesetzlicher Anspruch, für eine Lebensversicherung mit der Beitragszahlung auszusetzen. Ein Anspruch darauf, zu einem späteren Zeitpunkt die Beitragszahlungen wieder aufzunehmen, besteht nicht. Die Kulanz seines Versicherers sichert sich der Versicherungsnehmer am besten, indem er eine schriftliche Zusage für einen jederzeitigen Wiedereinstieg einholt.